Fast jeder Betrieb hat eine. Laut Bitkom-Studie „Digitalisierung des Handwerks 2025″ sind es 94 Prozent. Und trotzdem hören wir in fast jedem Erstgespräch denselben Satz: „Über die Website kommt nichts.“ Das liegt selten an der Technik und fast immer daran, dass die Website als Visitenkarte gebaut wurde, nicht als Werkzeug, das Anfragen erzeugt. Dieser Beitrag zeigt, was eine Handwerker-Website 2026 leisten muss, was sie kostet und woran man eine erkennt, die nur schön ist.
Warum die Website heute die Kontrollinstanz ist
Der typische Weg zum Auftrag läuft so: Nachbar empfiehlt einen Betrieb, der Kunde googelt den Namen, schaut Bewertungen und Website an, ruft an oder nicht. Bitkom hat 2025 1.004 Menschen befragt: 83 Prozent holen Rat im persönlichen Gespräch, 26 Prozent schauen auf die Website des Betriebs, und für 40 Prozent ist eine fehlende Website ein Ausschlusskriterium (Bitkom, Handwerkersuche 2025). Die Website gewinnt den Kunden also selten allein, aber sie verliert ihn, wenn sie nicht überzeugt.
Bei REX NORD, dem Reinigungsbetrieb hinter REX Marketing, sehen wir das jede Woche: Ein Kunde ruft an, sagt „Sie wurden mir empfohlen“ und stellt dann Fragen, die er offensichtlich auf der Website nachgelesen hat, zu Preisen, Ablauf und Gebiet. Die Website hat das Gespräch vorbereitet. Wenn sie das nicht tut, führt der Kunde dasselbe Gespräch mit dem nächsten Betrieb.
Wie schlecht der Durchschnitt ist
Das Team von handwerk-digital hat 500 Handwerker-Websites aus fünf Gewerken in fünf Großstädten ausgewertet, darunter Hamburg (Deutsche Handwerks Zeitung, Juli 2025). Die Ergebnisse:
| Merkmal | Anteil der Websites |
|---|---|
| Keine Preisinformation | 88 Prozent |
| Kein Foto von Inhaber oder Ansprechpartner | 78 Prozent |
| Keine Kundenbewertungen | 50 Prozent |
| Keine häufigen Fragen | 85 Prozent |
| Keine Online-Terminvergabe | 99 Prozent |
| Keine Jobseite | 53 Prozent |
Im Schnitt erreichten die Seiten 2,12 von 9 möglichen Punkten, 69 Seiten hatten null. Das ist deine Konkurrenz. Wer die sieben Punkte unten umsetzt, ist in seinem Gebiet fast automatisch vorn, weil kaum jemand sie umsetzt.
Die sieben Dinge, die auf eine Handwerker-Website gehören
1. Eine Seite pro Leistung
Kunden suchen nicht „Dachdecker“, sie suchen „Dach undicht“, „Dachrinne reinigen“ oder „Dachfenster einbauen“. Jede Leistung, mit der du Geld verdienst, braucht eine eigene Seite mit Überschrift, Text, Fotos und Preisrahmen. Eine Aufzählung auf der Startseite rankt für nichts davon. Für einen typischen Betrieb sind das sechs bis zwölf Seiten. Das ist die wichtigste und meist die fehlende Arbeit.
2. Preise, mindestens als Rahmen
88 Prozent der Wettbewerber nennen keine. Du musst keine Preisliste veröffentlichen, aber „Dachreinigung ab 12 Euro pro Quadratmeter, Einfamilienhaus meist 1.500 bis 2.500 Euro“ beantwortet die Frage, die jeder Besucher hat, und sortiert Anfragen aus, die eh nichts werden. Wer Preise verschweigt, bekommt die Anrufe von Leuten, die den Preis erst am Telefon erfahren und dann auflegen.
3. Gesicht und Betrieb zeigen
Ein Foto vom Meister, eines vom Team, echte Baustellenfotos statt Stockbilder von Handwerkern mit sauberer Latzhose. Für einen Kunden, der Fremde ins Haus lässt, ist das wichtiger als jedes Zertifikat. Vorher-Nachher-Bilder sind im Handwerk das stärkste Verkaufsargument, das es gibt, und sie kosten nichts außer einem Handyfoto vor und nach dem Einsatz.
4. Bewertungen eingebunden
Google-Bewertungen direkt auf der Website, nicht nur als Link. Die Hälfte der Wettbewerber hat gar keine. Wie du systematisch welche bekommst, steht im Beitrag Google-Unternehmensprofil für Handwerker.
5. Anfrage in drei Schritten
Telefonnummer klickbar und auf dem Handy immer sichtbar, ein kurzes Formular mit den Fragen, die du wirklich brauchst (Leistung, Ort, Fläche, Foto hochladen), und WhatsApp als dritter Weg. Jede Anfrage muss in einem Postfach landen, das jemand liest, mit Rückruf innerhalb einer Stunde. Die häufigste verlorene Anfrage im Handwerk ist die, die niemand zurückgerufen hat.
6. Gebiet und Anfahrt
Welche Orte und Kreise du bedienst, wie weit die Anfahrt kostenlos ist. Das gehört auf jede Leistungsseite und in eine eigene Gebietsseite, weil Google Betriebe nach Ort einordnet. Wer nur „Norddeutschland“ schreibt, wird für keinen Ort gefunden.
7. Technik: Handy zuerst, unter drei Sekunden
Google bewertet seit 2023 ausschließlich die mobile Version einer Website (Google Search Central). Die Grenzwerte, die Google ansetzt: Hauptinhalt in 2,5 Sekunden sichtbar, Reaktion auf Klicks unter 200 Millisekunden, kein Springen des Layouts (web.dev, Core Web Vitals). Die häufigsten Bremsen bei Handwerker-Websites: Fotos direkt von der Kamera mit fünf Megabyte, Baukästen mit 40 Plugins, kein Caching. Prüfen kannst du das in einer Minute unter pagespeed.web.dev.
Was eine Handwerker-Website kostet
Drei Wege, drei Preisklassen:
| Weg | Kosten | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Baukasten selbst (Wix, Jimdo, IONOS) | 10 bis 40 Euro im Monat plus deine Zeit | Funktioniert für eine Visitenkarte. Leistungsseiten, Ladezeit und Google-Struktur musst du selbst hinbekommen, die meisten schaffen das nicht. |
| Agentur, einmalig | 1.500 bis 4.000 Euro für eine kleine Website, 4.000 bis 12.000 Euro für mittlere Projekte | Spanne laut seoagentur.de, Juli 2026. Dazu kommen meist 20 bis 50 Euro im Monat für Hosting und Pflege. |
| Erfolgsbeteiligung (unser Modell) | Keine Einmalkosten, ein vorher vereinbarter Anteil pro erteiltem Auftrag | Website, Leistungsseiten, Google-Profil, Anzeigen und Nachverfolgung als ein System. Wir verdienen nur, wenn du Aufträge bekommst. |
Der Preis allein sagt wenig. Eine Website für 3.000 Euro, die pro Monat drei Aufträge bringt, ist billig. Eine für 800 Euro, über die nichts kommt, ist teuer. Frag jeden Anbieter, wie er misst, ob die Website Anfragen bringt, und was er tut, wenn sie es nicht tut. Wie unser Modell funktioniert, steht unter Leistungen.
Woran du eine Website erkennst, die nur schön ist
- Die Startseite zählt zwölf Leistungen auf, keine hat eine eigene Seite.
- Keine Zahl auf der ganzen Seite: kein Preis, keine Fläche, keine Dauer, kein Jahr.
- Stockfotos statt eigener Baustellen.
- Das Formular fragt nach Name, E-Mail und „Nachricht“, sonst nichts.
- Die Nummer steht im Impressum, aber nicht oben auf jeder Seite.
- Niemand im Betrieb weiß, wie viele Anfragen letzten Monat über die Website kamen.
Reihenfolge, wenn du neu baust oder überarbeitest
- Leistungen aufschreiben, mit denen du Geld verdienst, sortiert nach Deckungsbeitrag. Das sind deine Seiten.
- Pro Leistung: drei Vorher-Nachher-Fotos, Preisrahmen, typische Dauer, drei häufige Kundenfragen sammeln.
- Gebiet festlegen: Orte und Kreise, Anfahrtsregel.
- Formular, Rufnummer, WhatsApp einbauen, Weiterleitung auf ein Handy, das jemand bei sich hat.
- Google-Unternehmensprofil mit der Website verknüpfen, Bewertungen einbinden.
- Nach vier Wochen zählen: Anfragen, Rückrufe, Aufträge. Dann erst Anzeigen schalten, siehe Google Ads Kosten für Handwerker.
Häufige Fragen
Brauche ich als kleiner Betrieb überhaupt eine Website?
Wenn du Aufträge über Empfehlungen und Google willst, ja. 40 Prozent der Kunden schließen Betriebe ohne Website aus. Wer dauerhaft ausgebucht ist und nicht wachsen will, kommt mit einem gepflegten Google-Unternehmensprofil aus.
Reicht ein Google-Unternehmensprofil statt einer Website?
Für Anrufe kurzfristig ja, für Vertrauen und größere Aufträge nein. Das Profil zeigt keine Preise, keine Leistungsseiten und kein Formular. Beides zusammen, Profil verlinkt auf Website, ist der Weg.
Wie viele Seiten braucht eine Handwerker-Website?
Startseite, eine Seite pro Leistung, Über uns, Gebiet, Kontakt, Impressum, Datenschutz. Bei sechs Leistungen also rund zwölf Seiten. Mehr nur, wenn es etwas zu sagen gibt.
Was kostet eine Handwerker-Website im Monat?
Bei einer Agentur-Website 20 bis 50 Euro für Hosting und Pflege nach dem Bau. Bei Baukästen 10 bis 40 Euro. Bei uns nichts, wir rechnen pro Auftrag ab.
Kann ich meine alte Website behalten und nur ergänzen?
Oft ja. Wenn Technik und Ladezeit stimmen, ergänzen wir Leistungsseiten, Preise, Bilder und Formular. Wenn die Seite auf einem alten Baukasten läuft, ist der Neubau meist schneller und billiger als das Flicken.
Quellen
- Bitkom, Digitalisierung des Handwerks 2025, 504 Betriebe, April 2026
- Bitkom, Handwerkersuche: Persönliches Gespräch schlägt Infos im Netz, 1.004 Befragte, 2025
- Deutsche Handwerks Zeitung, Studie zu 500 Handwerker-Websites, 29.07.2025
- Google Search Central, Mobile-first indexing has landed, Oktober 2023; web.dev, Web Vitals
- seoagentur.de, Was kostet SEO 2026, 25.07.2026 (Projektpreise für Websites)
- Baukastenpreise: Anbieterangaben Wix, Jimdo, IONOS, Stand September 2026, Basis- bis Business-Tarife. Die Erfahrungen aus dem eigenen Betrieb sind als solche gekennzeichnet.
Zuletzt aktualisiert: 25. September 2026
